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67. Internationale Gedenkfeier, 12. Mai 2012
Viele Überlebende und ihre Angehörigen, Ehrengäste und zahlreiche Gruppen aus ganz Europa nahmen am Samstag an der Gedenkfeier anlässlich der Befreiung des Konzentrationslagers Ebensee teil. Einen ganz besonderen und emotionalen Moment stellte die Enthüllung des neuen Denkmals für alle Opfer des Konzentrationslagers Ebensee durch Nationalratspräsidentin Mag. Barbara Prammer dar.

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Neuerscheinung von PAUL TILLARD
"EINE GURGEL VOLLER LUFT REICHT AUS..."

"...um einem das Leben wieder zurückzugeben", meint Paul Tillard in seinem kürzlich erschienenen autobiographischen Roman, und seine Auffassung wirkt beinahe provokant, wenn man weiß, was er alles durchgemacht hat. Als eines der ersten Mitglieder der Résistance wurde er 1942 gefangen genommen und in die Konzentrationslager Mauthausen und Ebensee deportiert.
Dort überlebte er nur knapp. Er erfuhr aber auch, was der Zusammenhalt und die Solidarität unter den Häftlingen zu bewirken vermochte. Diese Glücksmomente ermöglichten es ihm, durchzuhalten. Und so liest sich der Roman trotz der Abscheulichkeiten als ein packendes Zeugnis von Zuversicht und Hoffnung.
Dabei sind dem Erzähler Gefühle wie Verzweiflung oder die quälende Frage, warum ausgerechnet er überlebt hat und andere sterben mussten, keineswegs fremd. Trotz allem aber bleibt ihm seine Grundüberzeugung erhalten: "So schwach es auch sein mag, ein Licht bringt immer noch seine Helligkeit sogar in die tiefste Finsternis".
von Jürgen Strasser
Tillard, Paul: Das Brot der verfluchten Zeiten. Roman. Aus dem Französischen von Jürgen Strasser. Leipziger Literaturverlag, 2012, ISBN: 978-3-86660-145-1, 19.95 EUR
Israelischer Botschafter Aviv Shir-On besuchte das Zeitgeschichte Museum
Unter dem Titel "Wo sind sie geblieben?" veranstaltete der "chrous lacus felix" aus Gmunden am Sonntag den 29. April ein Konzert im Stollen des ehemaligen KZ Ebensee. Der israelische Botschafter Aviv Shir-On war als Ehrengast geladen und besuchte nach dem Konzert das Zeitgeschichte Museum Ebensee. Der Botschafter und seine Frau zeigten sich beim Rundgang durch das Haus sehr interessiert und er betonte speziell die Wichtigkeit des Museums für die jüngere Generation.

Botschafter Aviv Shir-On mit seiner Gattin beim Rundgang durch das Haus Foto: ZME
Denkmalprojekt am KZ-Opferfriedhof Ebensee
In der KZ-Gedenkstätte Ebensee wird seit April 2011 ein Mahnmal errichtet, das der Individualität der Opfer zu entsprechen versucht. Wesentlichstes Element des Mahnmals sind die Namen aller bekannten Opfer.
Rund 8.400 Namen werden lesbar und dauerhaft witterungsbeständig am Mahnmal integriert sein.
Somit ist erstmals in Österreich in einer KZ-Gedenkstätte individuelles Gedenken für Angehörige der Opfer in dieser Dimension möglich.
Aus einem geladenen Wettbewerb ging der Projektentwurf von Arch. Dipl.Ing. Kurt Ellmauer als von der Jury empfohlenes Projekt hervor. 156 Glastafeln mit jeweils 56 Namen stehen aufgefaltet auf der NW-Begrenzungsmauer des KZ-Opferfriedhofes und bilden einen plastischen Raumabschluss zur gesamten Gedenkanlage. Die Beschriftung der Glastafeln erfolgt durch Lasertechnik.
Rund 80 % der Projektkosten (rund € 100.000) werden vom Nationalfonds und vom Zukunftsfonds der Republik Österreich übernommen. Zur Ausfinanzierung des Mahnmalprojekts wurden rund € 20.000 durch Sponsoring und Spenden aufgebracht.
Das Denkmalprojekt wurde unterstützt von: Miba AG, Gmundner Zement, SPÖ Bildung, Arbeiterkammer, Wirtschaftskammer, Solvay Österreich, Siemens AG Österreich, Asamer Holding AG, Dr. Christian Rainer, Salinen Austria AG und Österreichische Nationalbank.
Spendenkonto: Oberbank BLZ: 15061 Kontonummer: 181005745

Modellansichten des Projektentwurfes von Dipl. Ing. Kurt Ellmauer
Denkmal fertiggestellt
Die restaurierungsbedürftige nordwestliche Begrenzungsmauer aus Bruchstein wurde in einem ersten Schritt abgetragen und eine Betonmauer errichtet, die der Edelstahlkonstruktion als Unterbau dient. Eine eigene Hilfskonstruktion wurde angefertigt, um die Edelstahlrohre beim Einbetonieren im richtigen Winkel in der Mauer zu verankern. Anfang Juni war es schließlich so weit und die Edelstahlrohre wurden in der Betonmauer befestigt. In der Folge wurden verschiedenfärbige Glastafeln laserbeschriftet und bei unterschiedlichen Witterungsbedingungen und Lichtverhältnissen geprüft. Die Auswahl fiel nahezu einhellig auf ungefärbtes Glas (Fotos ganz unten). Weiters wurde eine Entscheidung für einen Schrifttyp getroffen. Am 8. September konnte der Auftrag für die Laserbeschriftung von 156 Glastafeln mit 8.412 Namen von Opfern des KZ Ebensee gegeben werden.
Das Denkmal konnte am 16. November 2011 inklusive einer erklärenden Zusatztafel fertiggestellt werden.
Am 12. Mai 2012 wird es im Rahmen der Internationalen Gedenkfeier enthüllt.




Ausführende Firmen:
Metall & Form - Martin Fussenegger (Hörbranz, Vorarlberg) www.metall-form.at
Lascript, Laser- & Klebetechnologie GMBH & CoKG (Hörbranz, Vorarlberg) www.laserbeschriftung.at
Bildungszentrum Salzkammergut (Ebensee) www.bildungszentrum-skgt.at
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